Wilde Karde

Jetzt steht sie wieder auffällig an Gräben, Straßenrändern und Heckensäumen: die Wilde Karde (Dipsacus fullonum L.). Die meisten Menschen verwechseln sie mit einer Distel, tatsächlich gehört sie zu einer eigenen Pflanzenfamilie, den Kardengewächsen.

Wilde Karde, Foto: BN
04.09.2018

Die Karde ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr wächst aus dem Samen eine Blattrosette. Im zweiten Jahr treibt sie bis zu einer Größe von 1,50 m in die Höhe und bildet die Blütenstände aus. Im Juli und August blüht sie dann. An den kegelförmigen Blütenständen entsteht zunächst an der dicksten Stelle ein meist lilafarbener schmaler Blütenring. Dieser teilt sich dann und wandert langsam nach oben und nach unten. So hat die Pflanze dann zwei Blütenringe bis die Blüten am oberen und unteren Ende des Blütenstandes ankommen.  Die Blüten werden gerne von Hummeln und Schmetterlingen besucht. Nur Insekten mit langem Rüssel können den Nektar aufnehmen. Nach der Blüte reifen die Samen heran. Auch diese sind ein begehrtes Futter. Im Winter kam man Stieglitze beobachten, die die Samen auspicken. Eine einzige Pflanze kann bis zu 2000 Samen produzieren.

Eine weitere Besonderheit der Karde ist die Anordnung ihrer Blätter. Diese umschließen komplett den Stiel. Deshalb kann sich an den verwachsenen Blättern Wasser sammeln. Viele Insekten nutzen die kleinen Wasserbecken, um sich mit Flüssigkeit zu versorgen.

Früher wurde die Karde auch intensiv vom Menschen genutzt. Mit den abgetrockneten, borstigen Blütenständen wurden Wollstoffe aufgeraut.  Auch in der Volksheilkunde wurde die Pflanze, vor allem die Blätter und die Wurzel, eingesetzt.

Die Pflanze passt gut in den Garten. Zum einen sind Blüte und Blütenstand dekorativ, zum anderen bietet sich damit auch die Möglichkeit, Insekten und Vögel mit Nahrung zu versorgen und sie in Ruhe zu beobachten. Die Wilde Karde ist sehr frosttolerant und liebt lehmige und relativ feuchte Böden. „Probieren Sie das doch einfach mal in Ihrem Garten aus“, so eine Empfehlung des BUND Naturschutz, Kreisgruppe Neustadt/Aisch – Bad Windsheim.