Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) – Lurch des Jahres 2019

Bergmolch Männchen Unterseite, Foto: Sigrid Baurmann
Bergmolch Männchen
Bergmolch Männchen Unterseite, Foto: Sigrid Baurmann
Bergmolch Männchen Unterseite, Foto: Sigrid Baurmann

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) kürt jährlich einen Lurch des Jahres. Heuer ist es der Bergmolch, ein noch relativ häufiger Bewohner unserer Kleingewässer. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist Mitteleuropa, hauptsächlich im Hügel- und Bergland, er kommt aber auch im Hochgebirge vor. Von den anderen bei uns heimischen Molcharten, dem Teichmolch und dem Kammmolch, ist er mit seiner rein gelb-orangen Bauchseite und der sehr dunklen Oberseite gut zu unterscheiden. Aktuell findet man Bergmolche auch an den Amphibienzäunen, denn sie wandern bereits früh im Jahr zu ihren Laichgewässern. Teiche, Tümpel, Wald- und Gebirgsseen, aber auch temporäre Kleingewässer wie wassergefüllte Fahrspuren, Wildsuhlen oder die Löcher, die die Wurzelteller umgefallener Bäume hinterlassen, werden zur Fortpflanzung genutzt.

Damit beginnt die Wasserlebensphase des Bergmolches, bei der die Männchen eine besondere Wassertracht ausbilden. Sie entwickeln einen gelb-schwarz gefleckten, ca. 2 mm hohen, glatten Rückenkamm. Bei der Balz setzt das Männchen eine Spermatophore, ein Samenpaket, am Gewässerboden ab. Das Weibchen nimmt dieses mit seiner Kloake auf, indem sie genau der Spur des Männchens folgt. Die dann befruchteten ca. 1,3 bis 1,8 mm großen Eier werden vom Weibchen einzeln abgelegt an Falllaub, Ästen oder Wasservegetation. Bei günstigem Wetter schlüpfen bereits nach zwei Wochen die ersten Larven. Sie haben büschelige, äußere Kiemen und sind bereits ca. 8 mm lang. Sie ernähren sich anfangs von Kleinalgen, später von tierischer Kost, z.B. Wasserflöhe, Bachflohkrebse und Wasserasseln. Im August/September haben sie meist ihre Entwicklung abgeschlossen und verlassen nun als kleine, etwa 5 cm lange Molche das Wasser.

Die Elterntiere sind oft schon im Juni wieder an Land gegangen und haben die Wassertracht zurückgebildet. Während sie im Wasser tag- und nachtaktiv waren, wechseln sie nun zur Nachtaktivität. An Land ernähren sie sich von Insekten, Asseln, Spinnen und Würmern, im Wasser standen neben Insekten und Kleinkrebsen auch Eier und Larven von Fröschen und Molchen auf dem Speiseplan. Gewöhnlich entfernen  sich Bergmolche nur einige 100 Meter vom Laichgewässer.

Im Oktober suchen sich die Tiere einen Überwinterungsplatz. Dieser muss frostfrei sein und liegt meist unter Baumstümpfen, Steinen oder im Erdboden, aber auch die Überwinterung im Wasser ist möglich. Bergmolche überwintern durchaus gemeinsam mit anderen Amphibienarten im gleichen Quartier. Als wechselwarme Tiere kühlen sie ab und fallen in Winterstarre, alle Stoffwechselvorgänge werden dabei stark herunter gefahren. Nur sehr strenger Frost kann nun gefährlich und tödlich werden.

Natürliche Feinde der Molche sind beispielsweise große Fische, große Wasserinsekten, Graureiher, Wasserspitzmaus und Ringelnatter. Bergmolche können für ein so kleines Tier sehr alt werden, bis zu 20 Jahre. Wie bei allen Amphibien sind die Weibchen mit einer Länge von ca. 11 cm etwas größer als die etwa 8 cm langen Männchen.