Kröten und Frösche sind unterwegs zu ihren Laichplätzen

Grasfrosch, Foto: Karin Eigenthaler
Fangeimer mit Erdkröten und Grasfröschen, Foto: Karin Eigenthaler
Fangeimer mit Erdkröten und Grasfröschen, Foto: Karin Eigenthaler

BUND Naturschutz bittet Autofahrer um Vorsicht

Seit ca. zwei Wochen stehen nun die Amphibienschutzzäune entlang der Straßen, waren doch wärmere Nachttemperaturen und Regen gemeldet.

Mit den ersten warmen Tagen und frostfreien Nächten machen die ersten Amphibien sich in den Abend- und Nachtstunden auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 ° C und insbesondere bei  regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere dann massenweise unterwegs. Ein Kälteeinbruch stoppte die beginnende Wanderung, es gab wieder Nachtfröste. So geht es jetzt je nach Wetterlage in der einzelnen Region verhalten bis zügig mit der Wanderung voran.

Hier im Landkreis werden die Amphibienzäune hauptsächlich von den Straßenbaubehörden aufgestellt. Die gesamte Aktion wird vom Landschaftspflegeverband am Landratsamt NEA koordiniert.  An den Fangzäunen sind ehrenamtliche Helfer unterwegs, kontrollieren die Eimer und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite zu ihrem Laichgewässer.

Bayernweit wird so jährlich 500.000-700.000 Tieren das Leben gerettet. Hier im Landkreis sind es etwa  15.000 Tiere, die an den Amphibienzäunen eingesammelt werden.  Bis Ende April muss man auf den Straßen mit  Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind.

Deshalb bittet der BUND Naturschutz:

- Achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln.

-  Reduzieren Sie Ihr Tempo auf Straßen, die an Teichen oder Feuchtgebieten vorbeiführen, auch wenn keine Warnhinweise aufgestellt sind.

- Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen.

„Wenn Sie eine Stelle entdecken, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist, melden Sie sich bitte bei der Geschäftsstelle des BUND Naturschutz (Tel. 09161/5896 oder neustadt-aisch@bund-naturschutz.de). Auch wenn Sie mithelfen und einen Amphibienzaun betreuen wollen, geben Sie uns doch einfach Bescheid. Wir zeigen Ihnen, wie das geht und binden Sie in unsere Schulungen mit ein“, so die Kreisvorsitzende Karin Eigenthaler.

Übrigens: die meisten Amphibien sind Insektenfresser. Der Rückgang der Insekten macht ihnen schwer zu schaffen. Außerhalb der Laichgewässer brauchen Amphibien eine reich strukturierte Landschaft mit  blüten- und insektenreichen Wiesen, Hecken, Waldsäumen. „Darum ist es wichtig, dass die Inhalte des Volksbegehrens zur Artenvielfalt ihren Weg ins bayerische Naturschutzgesetz finden“, so Moni Nunn vom Arbeitskreis Artenschutz des BN.


Betreuer von Amphibienzäunen informierten sich

Betreuer von Amphibienzäunen informierten sich, Foto: BN

Viele Amphibien müssen auf ihrem Weg zum Laichgewässer Straßen überqueren. Meist endet das für sie tödlich. Deshalb  stehen seit vielen Jahren an den bekannten Amphibienquerungen Zäune, die die Tiere von der Straße fernhalten. Die Tiere wandern am Zaun entlang, fallen in einen Eimer und werden von Menschen dann über die Straße zu ihrem Laichgewässer gebracht. Dabei wird auch erfasst, welche Amphibienarten am Zaun vorkommen. Auch die Menge der Tiere interessiert, zeigt sie doch, wie sich die Populationen verändern.

Der Bund Naturschutz Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bot nun eine Schulung an, in der 22 Amphibienfreunde unter Anleitung der Biologin Sigrid Baurmann die Bestimmung der möglichen Arten üben konnten. Direkt am Amphibienzaun wurde der Inhalt der einzelnen Eimer begutachtet. Die häufiger vorkommenden Arten waren alle vertreten, so dass eine praxisnahe Übung möglich war.
Leicht zu erkennen sind die Erdkröten mit ihrer warzigen Haut. Die geschlechtsreifen Weibchen haben einen dicken Bauch, weil sie bereits die Laichschnüre in sich tragen. Meist sind diese Weibchen mit einem kleineren Männchen besetzt, damit sind sie gut zu unterscheiden. Nachdem wesentlich mehr Männchen als Weibchen wandern, sollte man auch diese sicher unterscheiden können.
Erkennbar sind die Erdkrötenmännchen in der Laichzeit an den dunklen Flecken auf ihren ersten drei Fingern, den sogenannten Brunstschwielen. Außerdem geben Erdkrötenmännchen bei Berührung am Rücken einen  quakenden Laut von sich, den Befreiungsruf. Dieser bedeutet: “Falsch, lass mich los, ich bin ein Männchen”.

Auch Grasfrösche finden sich oft an den Amphibienzäunen, sie sind sehr frühe Wanderer. Sie heißen so, weil sie im Sommer hauptsächlich in feuchten Wiesen leben. Sie sind von bräunlich-beige bis zu dunkel-grau gefärbt und an den dunklen Schläfenflecken hinter den Augen gut zu erkennen.

Die Unterscheidung der drei heimischen Grünfrösche ist oft etwas schwierig, der größere Seefrosch, der mittelgroße Teichfrosch und der kleinere Wasserfrosch gehören zu dieser Gruppe. Der im Landkreis am weitesten verbreitete Teichfrosch ist fast das ganze Jahr an Gewässerufern zu finden.

Am auffälligsten sind die Molche. Der Teichmolch ist der kleinste der im Landkreis vorkommenden Molcharten und bräunlich-beige gefärbt. Der fast schwarze Bergmolch hat einen rein orange gefärbten Bauch. Der ebenfalls schwarze Kammmolch ist dagegen an der Bauchseite gefleckt.

Auch auf die weiteren im Landkreis vorkommenden Amphibienarten wurde anschließend kurz eingegangen, u.a. den Laubfrosch, den Springfrosch, die Kreuzkröte und die Knoblauchkröte. Mit einigem Infomaterial im Gepäck waren sich die Teilnehmer der 2,5-stündigen Veranstaltung einig, viel Interessantes dazugelernt zu haben.