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Wildbienen

An und in Gebäuden kommen natürlich auch verschiedene Insektenarten vor. Manche davon sind nicht besonders erwünscht, andere, wie die Wildbienen, werden gerne gesehen.

Von den über 550 Wildbienenarten in Deutschland brauchen ca. 25% waagrechte Hohlräume. Dafür wurden und werden besonders Löcher im Totholz genutzt. Alte Bäume mit entsprechenden Strukturen sind deshalb ein wichtiger Lebensraum für Wildbienen. Mit der Bohrmaschine können im Totholzstämme und in ähnliches Holz auch Löcher für die Wildbienen gebohrt werden. Früher fanden diese Tiere durch die andere Bauweise (Fachwerkhäuser, Lehmbauten, unverputzte Steingebäude) viele Strukturen an Gebäuden, wo sie ihre Brutkammern anlegen konnten. In glatten und verputzen Wänden ist das weniger der Fall.

Die Wildbienen sind bis auf sehr wenige Arten solitär lebend. Die Weibchen legen in Brutkammern (oft mehrere hintereinander) ihre Eier und geben die Nahrung, bestehend aus Pollen und Nektar, dazu. So hat die geschlüpfte kleine Bienenlarve gleich etwas zu fressen. Nachdem die „Mama-Biene“ die Brutkammer mit Baumaterial (Lehm, Stein, Pflanzenmaterial) gut verschlossen hat, ist das Ei sich selbst überlassen. Nach dem Schlüpfen und mehreren Häutungen verpuppt sich die Bienenlarve. Wenn die Metamorphose abgeschlossen ist, schlüpft die fertige Biene aus der Puppenhülle und knabbert sich einen Weg aus der Brutkammer. Nach einem Jahr ist die neue Generation geboren.

Wer den Wildbienen helfen möchte, kann am Haus und im Garten zum einem natürlich viel Totholz anbieten. Hier am besten stehende Stämme mit waagrechten Löchern. Zum anderem können auch Nisthilfen angebracht werden. Bitte informieren Sie sich auf unser Seite „Wildbienen-Nisthilfen richtig bauen“, welche Materialien dafür geeignet sind. Leider wird beim Bau sehr viel falsch gemacht und oft ungeeignete Materialen verwendet.

Außerdem legen die meisten Wildbienen ihre Nester im Boden an oder nutzen für ihre Brutkammern Fugen und Ritzen in Trockenmauern, Pflasterfugen oder sandigen Uferbereichen. Auch da kann man die Wildbienen unterstützen und solche Strukturen anbieten.

Bitte bedenken Sie auch folgende Punkte:

Mehrere kleine Nisthilfen sind besser als ein großes Bienenhotel, da dort die Räuber und Parasiten leichtes Spiel haben.

Wildbienen brauchen außer einem Platz für ihre Nester auch Nahrung. Deshalb sollten in der Nähe von angebotenen Nisthilfen immer auch Blühflächen und ein sehr reichhaltiges und unterschiedliches Angebot an blühenden Pflanzen vorhanden sein.

Wichtig: Nisthilfen ersetzen NICHT den natürlichen Lebensraum. Setzen Sie sich für eine struktur- und artenreiche Landschaft ein. Damit helfen Sie neben den Wildbienen auch vielen  anderen Arten.