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Kaulquappen – der Weg vom Ei zum fertigen Froschlurch

Im Frühjahr fallen sie besonders auf: Frösche und Kröten. An einigen Straßen stehen dann Amphibienzäune, die die Tiere, meist Erdkröten und Grasfrösche, beim Queren der Straßen auf ihren Wanderwegen zu den Laichplätzen schützen. Und dann ist da noch die Zeit der frühsommerlichen Froschkonzerte. Diesmal sind Wasserfrösche und Laubfrösche die Akteure. Sie sitzen in Teichen und Tümpeln und quaken lautstark um Weibchen und Reviere.

Bei den Froschlurchen, zu denen Frösche und Kröten gehören, wird der Laich in Form von Schnüren (bei Kröten) oder Ballen (bei Fröschen) vom Weibchen abgegeben und von Männchen befruchtet. Die 1 bis 2mm großen Eier sind jeweils noch von einer Gallerthülle umgeben. In jedem Ei entwickelt sich ein Embryo, der dann die Eihülle verlässt. Zunächst ist die Kaulquappe nur ein „Kopf mit Schwanz“, sie atmet über Kiemen und sucht Schutz unter Blattwerk oder am Rand des Gewässers. Kaulquappen sind beliebtes Futter für Libellenlarven, Wasserwanzen, Fische und Molche. Deshalb haben Amphibien auch eine so hohe Vermehrungsrate. Die wenigsten der Kaulquappen werden fertige Frösche oder Kröten. Und auch die erwachsenen Tiere sind gern gesehenes Futter für Säugetiere, Vögel und Reptilien.

Kaulquappen ernähren sich vorwiegend von mikroskopisch kleinen Algen und dem sogenannten Detritus, das sind Reste abgestorbener Pflanzen und Tiere. Besonders ältere Kaulquappen verschmähen aber auch Aas nicht. Damit sorgen die Kaulquappen durchaus für die Gesundheit des Gewässers.

Die Kaulquappen wachsen, in warmem Wasser schneller als in kaltem. Zuerst werden die Hinterbeine ausgebildet, etwas später auch die Vorderbeine. Am Schluss bildet sich der Schwanz zurück. Im Laufe dieses Umwandlungsprozesses, der Metamorphose, werden anfangs die äußeren Kiemenbüschel rückgebildet und innere Kiemen wachsen, am Ende des Gestaltwandels erfolgt die Rückbildung der Kiemen und die Ausbildung der Lungen. Wenn der fertige kleine Froschlurch dann das Gewässer verlässt, atmet er nur noch über seine Lunge oder über die Haut. Je nach Art ist das Tier ist dann ein bis wenige cm groß. Nun dauert es noch ein bis drei Jahre, bis es geschlechtsreif ist und sich vermehren kann.

Die jungen Frösche und Kröten leben im gleichen Landlebensraum wie die erwachsenen Tiere. Bei den Erdkröten sind dies vor allem Wälder und Gärten, die Grasfröschen sind dagegen auch auf Niedermoorwiesen, in Bruch- und Auwäldern sowie in Ackerlandschaften zu finden. Wasserfrösche sind meist ganzjährig in Gewässernähe zu finden.

In der traditionellen Karpfenteichwirtschaft mit dem Ablassen der Teiche und dem Abfischen der Karpfen war über Jahrhunderte ein gutes Zusammenleben von Amphibien und Fischen möglich.

Dies ist auch heute noch so, insbesondere wenn man Bereiche mit Verlandungszonen und Unterwasservegetation zulässt.